Nicht jeder Privatjet schafft den Atlantik ohne Zwischenstopp – entscheidend sind Richtung, Wind und Kabinenauslastung. Dieser Guide zeigt, welche Jets welche Strecken wirklich nonstop meistern. Jetzt mit Flyius die passende Option finden.
Privatjet über den Atlantik: Welche Jets nonstop fliegen (2026)
Fast jeder Heavy- oder Ultra-Long-Range-Privatjet überquert den Atlantik nonstop, aber die meisten Super-Midsize-Jets – und alle Light Jets – schaffen das nicht zuverlässig in beide Richtungen. Entscheidend ist nicht die Reichweite auf dem Papier, sondern der Westflug von Europa nach Nordamerika: Hier kann Gegenwind den effektiven Treibstoffverbrauch um mehrere hundert nautische Meilen erhöhen. Ein Gulfstream G650ER oder Bombardier Global 7500 bewältigt jede transatlantische Strecke mit voller Kabine, das ganze Jahr über. Ein Heavy Jet wie die Falcon 7X deckt die klassischen Strecken New York–London und Paris problemlos ab. Ein Super-Midsize-Jet schafft die Ost-West-Route mit Rückenwind oft nonstop, braucht aber auf dem Rückweg meist einen Tankstopp in Island oder Kanada.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Privatjets den Atlantik wirklich nonstop überqueren, warum die Flugrichtung wichtiger als die Distanz ist, welche Strecken jede Jet-Kategorie realistisch fliegt, wo Zwischenstopps eingeplant werden – und was ein transatlantischer Charter tatsächlich kostet. Alle Angaben zu Distanzen, Flugzeiten und Preisen basieren auf den Flyius-Flotten- und Routendaten – die Nonstop-Fähigkeit für Ihr konkretes Datum, Ihre Passagierzahl und Ihre Flughäfen bestätigen wir, wenn Sie ein Angebot anfragen.
Kurzantwort: Welche Privatjets fliegen den Atlantik nonstop
Der Atlantik ist keine feste Distanz. New York–London sind rund 2.990 nautische Meilen ohne Wind; London–Miami fast 3.840. Kommt im Winter auf dem Westflug Gegenwind und eine volle Kabine dazu, steigt der tatsächliche Treibstoffbedarf deutlich über die Kartendistanz. So schneiden die Jet-Kategorien bei zwei typischen Strecken ab:
| Kategorie | Typische Reichweite (Flyius-Flotte) | New York ⇄ London (2.990 nm) | Miami ⇄ London (3.839 nm) | Realität |
|---|---|---|---|---|
| Light Jet | 800–2.165 nm | ✗ | ✗ | Zwei oder mehr Tankstopps |
| Midsize Jet | 1.500–3.340 nm | Nur mit wenig Gepäck, idealer Wind | ✗ | Meist ein Stopp |
| Super-Midsize Jet | bis 4.018 nm | Ostflug ja; Westflug oft ein Stopp | ✗ | Möglich, aber nicht garantiert |
| Heavy Jet | 4.000–6.000 nm | ✓ beide Richtungen | Top-Modelle ✓ | Das Arbeitstier für Atlantikflüge |
| Ultra-Long-Range Jet | 6.000–8.200 nm | ✓ volle Kabine | ✓ volle Kabine | Überquert jede Strecke, jede Richtung |
Kurz gesagt: Wer einen garantierten Nonstop-Flug in beide Richtungen mit voller Kabine sucht, chartert einen Heavy- oder Ultra-Long-Range-Jet. Alles darunter ist abhängig von Bedingungen.
Die entscheidende Zahl: Wind, nicht Meilen
Viele Listen zu "Jets, die den Atlantik überqueren" sortieren nach Maximalreichweite. Diese wird aber im Stillstand, mit leichter Beladung und ohne Reserven gemessen. In der Praxis entscheiden drei Faktoren, die im Prospekt fehlen:
Richtung. Der Jetstream über dem Nordatlantik weht meist von West nach Ost. Auf dem Ostflug – etwa New York nach London – sorgt Rückenwind für kürzere Flugzeit und weniger Verbrauch. Westflug – London nach New York – bedeutet Gegenwind und mehr Treibstoffbedarf. Der Westflug ist fast immer das Nadelöhr: Was ostwärts locker klappt, kann auf dem Rückweg knapp werden. Wenn ein Anbieter sagt, ein Super-Midsize könne "den Atlantik", fragen Sie immer nach der Richtung.
Beladung. Reichweite und Gewicht sind direkt gekoppelt. Ein Jet mit 3.500 nm Reichweite bei zwei Passagieren bietet mit acht Gästen, Gepäck und vollem Tank oft nur noch 3.000 nm. Gerade auf Strecken am Limit zwingt eine volle Kabine oft zum Tankstopp.
Reserven und Ausweichflughäfen. Kein Profi landet "auf Reserve". Ein legaler Atlantikflug führt immer Sprit für Ziel, Warteschleife und Ausweichplatz – meist Shannon, Keflavík oder Gander. Diese Reserven kosten 300–500 nm "nutzbare" Reichweite, bevor der erste Passagier an Bord ist.
Deshalb erfordert die scheinbar kurze Distanz von 2.990 nm für New York nach London real einen Jet, der komfortabel über 3.500 nm schafft, bevor der Nonstop-Flug in beide Richtungen Routine ist – und deshalb liegt die echte Trennlinie mitten in der Super-Midsize-Klasse.
Die realen Strecken – und was Sie wirklich fliegen
Hier die Great-Circle-Distanzen und typischen Blockzeiten laut Flyius-Routendaten für die meistgeflogenen transatlantischen City-Paare. Die Flugzeiten variieren je nach Wind – Ostflüge sind meist kürzer, Westflüge länger als der Durchschnitt.
| Strecke | Distanz | Distanz | Typische Flugzeit |
|---|---|---|---|
| New York ⇄ London | 5.536 km | 2.990 nm | ~8h 15m |
| Toronto ⇄ London | 5.683 km | 3.069 nm | ~8h 27m |
| New York ⇄ Paris | 5.833 km | 3.150 nm | ~8h 40m |
| London ⇄ Miami | 7.109 km | 3.839 nm | ~10h 29m |
Auffällig: Die klassischen Nordrouten liegen um 3.000 nm – erreichbar für alle Heavy Jets und bei guten Bedingungen auch für einige Super-Midsize. Florida oder Karibik bedeuten fast 3.840 nm – das ist Heavy- und Ultra-Long-Range-Terrain. Für einen Überblick, wie diese Zeiten im Vergleich zu kürzeren Strecken stehen, siehe unseren Guide zu Flugzeiten mit dem Privatjet.
Kategorie für Kategorie: Wer schafft den Atlantik wirklich
Ultra-Long-Range-Jets – jede Strecke, jede Richtung
Diese Klasse ist für die Mission gebaut. Jeder Jet hier meistert die längsten Atlantikstrecken mit voller Kabine, in beide Richtungen, ohne Kompromisse – und fliegt meist noch weiter bis Nahost oder Asien.
| Flugzeug | Reichweite | Typische Sitze | Richtwert €/Stunde |
|---|---|---|---|
| Bombardier Global 7500 | 7.700 nm | 13 | €14.500–17.500 |
| Gulfstream G650ER | 7.500 nm | 14 | €14.500–16.500 |
| Global 6000 | 6.000 nm | 13 | €12.500–14.500 |
Auch Gulfstream G700 und G800 sowie Dassault Falcon 8X gehören mit 6.450–8.200 nm Reichweite dazu; der G800 ist mit 8.200 nm das Flotten-Flaggschiff bei Flyius. Vorteil ist nicht nur die Nonstop-Reichweite, sondern auch die Kabine: Stehhöhe, vollwertige Bordküche und ein privates Schlafzimmer für den Westflug über Nacht. Wer Schlafkomfort sucht, findet im Guide zu Privatjets mit Schlafzimmer Details zu echten Betten an Bord.
Heavy Jets – die Atlantik-Arbeitstiere
Heavy Jets fliegen die meisten Atlantik-Charter. Sie schaffen New York, Boston, Toronto und Paris in beide Richtungen, bieten volle Kapazität und sind pro Stunde deutlich günstiger als Ultra-Long-Range-Jets.
| Flugzeug | Reichweite | Typische Sitze | Richtwert €/Stunde |
|---|---|---|---|
| Gulfstream G550 | 6.000 nm | 14 | €12.000–14.000 |
| Falcon 7X | 5.950 nm | 12 | €11.500–13.500 |
| Gulfstream G450 | 4.350 nm | 12 | €10.000–12.000 |
| Challenger 605 | 4.000 nm | 12 | €8.800–10.800 |
Der Gulfstream G550 (6.000 nm) ist praktisch ein Ultra-Long-Range-Jet und erreicht auch Miami–London oder weiter. G450 und Challenger 605 (4.000–4.350 nm) sind ideal für die 3.000-nm-Nordrouten, stoßen aber auf den längsten Strecken bei starkem Gegenwind und voller Kabine an Grenzen – dann wird ggf. ein technischer Stopp eingeplant oder Sitzplätze gegen Reichweite getauscht.
Super-Midsize-Jets – möglich, aber nicht garantiert
Hier ist Ehrlichkeit gefragt. Die besten Super-Midsize-Jets haben auf dem Papier genug Reichweite für den nördlichen Atlantik – etwa der Embraer Praetor 600 mit 3.900 nm oder der Citation Longitude mit 3.500 nm – und ostwärts, mit Rückenwind und moderater Beladung, klappt der Nonstop-Flug oft.
| Flugzeug | Reichweite | Typische Sitze | Richtwert €/Stunde |
|---|---|---|---|
| Praetor 600 | 3.900 nm | 8 | €7.800–9.400 |
| Citation Longitude | 3.500 nm | 8 | Auf Anfrage |
| Challenger 350 | 3.200 nm | 9 | €7.400–9.000 |
Der Haken ist der Rückflug. Westwärts von London nach New York, mit voller Kabine und Gegenwind, planen Super-Midsize-Jets häufig einen Tankstopp – meist Keflavík (Island), Shannon (Irland), Gander oder Goose Bay (Kanada) oder Santa Maria auf den Azoren. So kann ein Super-Midsize-Jet die Strecke eine Richtung nonstop, die andere mit Stopp fliegen. Für kleine Gruppen und flexible Termine oft die günstigste Lösung; wer garantiert nonstop hin und zurück will, braucht einen Heavy Jet.
Midsize und Light Jets – realistisch immer mit Stopps
Ein Midsize Jet kommt auf maximal 3.340 nm und erreicht den Atlantikrand nur bei Idealbedingungen; ein Light Jet mit bis zu 2.165 nm schafft es nur mit mindestens zwei Stopps. Für regionale Europa- und US-Strecken sind diese Jets top – siehe wie weit ein Privatjet je Kategorie fliegt – aber für den Ozean sind sie nicht gebaut.
Wo wird gestoppt, wenn nonstop nicht geht?
Kann ein Jet die Strecke nicht in einem Stück fliegen, wird über einen der bewährten Nordatlantik-Gateways geplant. Ein technischer Tankstopp dauert meist 45–75 Minuten – genug für Tanken und Papierkram, Passagiere bleiben meist an Bord oder kurz im FBO.
- Keflavík (KEF), Island – der Standardstopp für Ost- und Westflüge.
- Shannon (SNN), Irland – traditionelles Gateway auf europäischer Seite, mit Pre-Clearance.
- Gander (YQX) und Goose Bay (YYR), Kanada – die Klassiker für Rückflüge nach Nordamerika.
- Santa Maria (SMA), Azoren – südliche Option für Ziele Richtung Florida, Karibik und Iberische Halbinsel.
Ein Tankstopp ist eine bewusste Planungsentscheidung, kein Makel – er macht es oft möglich, dass kleinere, günstigere Jets Strecken bedienen, die sonst einen viel größeren Jet erfordern würden.
Was kostet ein Atlantikflug im Privatjet?
Da nur Heavy und Ultra-Long-Range-Jets den nördlichen Atlantik nonstop in beide Richtungen schaffen, beginnen echte Atlantik-Preise auf Heavy-Niveau. Hier Richtwerte für One-Way-Charter laut Flyius-Daten; Light und Midsize sind zum Vergleich aufgeführt, schaffen die Strecke aber nicht nonstop.
New York ⇄ London – Richtwert One-Way
| Jet-Kategorie | Richtpreis |
|---|---|
| Light Jet (mit Stopps) | €28.000 |
| Midsize Jet (mit Stopp) | €44.000 |
| Heavy Jet | €70.000 |
| Ultra-Long-Range Jet | €90.000 |
London ⇄ Miami – Richtwert One-Way
| Jet-Kategorie | Richtpreis |
|---|---|
| Light Jet (mehrere Stopps) | €35.000 |
| Midsize Jet (mit Stopps) | €55.000 |
| Heavy Jet | €87.500 |
| Ultra-Long-Range Jet | €90.000 |
Charter wird pro Flugzeug und Flugstunde berechnet, nicht pro Sitz – je voller die Kabine, desto günstiger der Preis pro Person. Die Details hinter diesen Zahlen finden Sie in unserer Übersicht zu Privatjet-Kosten pro Stunde. Ein One-Way-Charter über den Atlantik eröffnet zudem Chancen auf Leerflüge und Repositioning, wenn Ihre Termine passen.
So wählen Sie den richtigen Jet für Ihren Atlantikflug
Gehen Sie diese vier Fragen der Reihe nach durch:
- Welche Richtung ist das Nadelöhr? Wer garantiert nonstop westwärts zurück will, muss wegen Gegenwind schwerer planen.
- Wie viele Passagiere? Volle Kabine bringt einen Grenzfall-Jet schnell an die Reichweitengrenze; was ein Super-Midsize mit vier Gästen schafft, braucht als Heavy Jet oft acht.
- Wie lang ist die Strecke? Nordrouten um 3.000 nm öffnen die Heavy-Klasse und teils Super-Midsize; Florida/Karibik mit 3.840 nm verlangen Heavy oder mehr.
- Brauchen Sie Schlaf oder Arbeitskomfort? Eine Heavy- oder Ultra-Long-Range-Kabine bietet Stehhöhe und Bett für die Nacht; Super-Midsize ist bequem, aber für acht Stunden enger.
Wer diese vier Punkte beantwortet, findet das passende Flugzeug fast automatisch – oder Sie schicken uns einfach Ihre Route und Termine, wir bestätigen die exakten Nonstop-Optionen.
Häufige Fragen
Kann ein Light Jet den Atlantik überqueren? Nicht nonstop. Light Jets schaffen maximal etwa 2.165 nm, deutlich weniger als die ~2.990 nm von New York nach London – mindestens zwei Tankstopps sind nötig. Für Ozeanflüge empfiehlt sich ein Heavy oder Ultra-Long-Range Jet.
Warum stoppen manche Privatjets in Island oder Kanada? Weil Reichweite oder Treibstoffreserve gegen den Wind nicht für einen Nonstop-Flug reichen. Keflavík, Shannon, Gander, Goose Bay und Santa Maria sind die Standard-Tankstopps; ein technischer Halt dauert meist nur 45–75 Minuten.
Ist ein Atlantikflug ostwärts oder westwärts schneller? Ostwärts (z.B. New York nach London) ist schneller, weil der Jetstream Rückenwind liefert. Westwärts ist langsamer und verbraucht mehr Sprit – darum ist der Rückflug oft die größere Herausforderung.
Wie lange dauert ein Privatjet-Flug von New York nach London? Im Schnitt etwa 8 Stunden 15 Minuten laut Flyius-Daten. In der Praxis etwas weniger ostwärts mit Rückenwind, etwas mehr westwärts. New York–Paris dauert rund 8h 40m, London–Miami etwa 10h 29m.
Was ist der kleinste Jet, der den Atlantik nonstop schafft? Unter Idealbedingungen kann ein Top-Super-Midsize wie der Praetor 600 (3.900 nm) den nördlichen Atlantik ostwärts nonstop fliegen. Für garantierte Nonstop-Flüge in beide Richtungen mit voller Kabine ist ein Heavy Jet das Minimum.
Braucht man westwärts einen größeren Jet als ostwärts? Oft ja. Gegenwind erhöht den Verbrauch, sodass ein Jet, der ostwärts reicht, auf dem Rückweg einen Stopp oder ein größeres Modell braucht. Planen Sie immer nach dem Westflug.
Fazit
Einen Atlantikflug im Privatjet zu planen, ist weniger eine Frage der Kartendistanz als von Wind und Gewicht. Ultra-Long-Range-Jets machen jede Strecke problemlos; Heavy Jets bedienen alle gängigen Atlantikrouten und sind die Charter-Standards; Super-Midsize-Jets schaffen ostwärts oft nonstop, brauchen westwärts aber meist einen Stopp; Midsize und Light Jets gehören auf kürzere Strecken. Entscheiden Sie Richtung, Passagierzahl und Streckenlänge – der passende Jet folgt daraus.
Bereit für den Atlantik? Fordern Sie Ihr Angebot an mit Ihrer Wunschroute und Ihren Terminen – wir bestätigen die exakten Nonstop-Optionen und Preise aus der Live-Flotte.
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Geschrieben von
Thomas Werner
Prüfer für Flugbetrieb
Thomas Werner prüft die Strecken- und Flughafeninhalte von Flyius aus der Perspektive des Flugbetriebs. Sein Schwerpunkt liegt auf realistischen Flugzeiten, der Eignung von Flugzeugkategorien, der Korrektheit von Flughafencodes, Zoll- und Slot-Beschränkungen, der FBO-Verfügbarkeit sowie der Frage, ob die veröffentlichten Charter-Empfehlungen widerspiegeln, wie Privatflüge in der Praxis geplant wer
