Fair Isle ist eine der geografisch isoliertesten bewohnten Gemeinden Großbritanniens und liegt etwa gleich weit von den Orkney- und Shetlandinseln in der Nordsee entfernt. Die Insel hat weniger als 60 Einwohner, die größtenteils vom National Trust for Scotland verwaltet werden. Es gibt keine Straßenverbindung zum Festland, und die zweimal wöchentlich verkehrende Fähre von Grutness auf Shetland ist wetterabhängig und für zeitkritische Reisen unzuverlässig. Privatflugzeuge über
EGEF sind die zuverlässigste Möglichkeit, die Insel planmäßig zu erreichen oder zu verlassen.
Die Landebahn auf Fair Isle ist eine Graspiste ohne Instrumentenanflugmöglichkeit. Alle Flüge finden nur bei Tageslicht statt, und für jede Bewegung ist eine vorherige Genehmigung erforderlich ((PPR)). Der Flughafen verfügt weder über ortsansässiges Abfertigungspersonal noch über kommerzielle Treibstoffanlagen – die Koordination muss im Voraus mit der Inselverwaltung erfolgen. Die Zollabfertigung ist nur nach vorheriger Absprache möglich und kann ohne erhebliche Vorlaufzeit nicht garantiert werden. Die Flugplanung muss die saisonalen Tageslichtfenster berücksichtigen, die sich in den Wintermonaten auf diesem Breitengrad (ca. 59°N) deutlich verkürzen.
Hauptgründe für den privaten Flugverkehr nach Fair Isle sind ornithologische Forschung und Naturtourismus. Die Vogelwarte der Insel, eine der ältesten in Großbritannien, zieht während der Zugspitzen im Frühjahr (April–Mai) und Herbst (September–Oktober) Forscher, Beringer und vermögende Naturforscher an. Traditionelle Strickworkshops auf Fair Isle erfreuen sich im Sommer großer Beliebtheit bei einem speziellen, kulturell interessierten Publikum. Für Fluggesellschaften und Fluglotsen sind Flüge nach Fair Isle maßgeschneiderte Positionierungsübungen: Flugzeuge starten typischerweise von Aberdeen Dyce oder Sumburgh (Shetland) aus, wobei Gewicht, Treibstoffstand und Wetterfenster aufgrund fehlender Ausweichmöglichkeiten in der näheren Umgebung sorgfältig beachtet werden müssen.